Die Kampagne gorleben365
Seit dem 14. August 2011 wird für ein Jahr an möglichst vielen Tagen mit gewaltfreien Blockade-Aktionen der Baustellen-Verkehr zum Endlager-Bergwerk in Gorleben behindert – wenn Du mitmachst!
Wir halten Tag für Tag dagegen, ein ganzes Jahr lang, immer wieder mit neuen Blockade-Gruppen. Jede/r kann sich an den Aktionen von gorleben365 beteiligen, ob als Einzelperson oder in einer Gruppe. Jede/r kann eine eigene Blockade-Idee initiieren.
Wir bringen Teile unserer Lebenskultur vor die Tore in Gorleben: Chöre übernehmen eine Blockade und geben ein Konzert auf der Zufahrt, Bäuerinnen und Bauern bringen ihre landwirtschaftlichen Produkte vor das Eingangstor, ReiterInnen verweilen mit ihren Pferden, Geburtstagsblockaden und „Traum“hochzeiten werden vor den Zufahrtstoren gefeiert. Ob Kaffeekränzchen, Kisten klettern oder Märchen lesen, alle bringen ihr eigenes Drehbuch mit. Die Ideen sind endlos. Mit viel Fantasie tragen wir alle gemeinsam zum Gelingen bei.
Gewaltfreie Blockade des Baustellen-Verkehrs zum Endlagerbergwerk
Im Herbst 2010 wurden mit der Laufzeitverlängerung die Arbeiten im Erkundungsbergwerk Gorleben nach 10 jähriger Pause wieder aufgenommen. Damit versucht die Regierung, weiter Fakten zu schaffen und Gorleben als Endlagerstätte zu zementieren. Dabei ist schon lange klar, dass der Salzstock für die Lagerung radioaktiven Atommülls völlig ungeeignet ist. Das macht nicht nur das Beispiel Asse klar: Für 100.000 Jahre Atommülllagerung bestimmt, ist sie schon nach 40 Jahren massiv undicht. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. Noch dazu wurden hier Gaseinschlüsse entdeckt, die auf ein größeres Gasvorkommen hindeuten.
Wir fordern die sofortige Beendigung aller Arbeiten im Salzstock.
Gorleben wird nach wie vor als einziger Ort in Deutschland auf die Tauglichkeit für ein Endlager geprüft und das, obwohl schon seit Beginn der Arbeiten vor 30 Jahren erhebliche Zweifel an der Eignung des Standorts bestehen. Von einer ergebnisoffenen Suche, wie Herr Röttgen sie proklamiert, kann da nicht die Rede sein. Vielmehr muss Gorleben als Lösung für das Endlagerproblem herhalten und damit als Rechtfertigung, noch mehr Atommüll produzieren zu können.
Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke.
Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden wir ab dem 14.8.2011 den Baustellen-Verkehr zum Endlagerbergwerk für 365 Tage blockieren. Jede/r kann sich einbringen. Ob ihr eine Anti-Atom-Gruppe seid oder ein Kegelclub. Ob ihr vor dem Bergwerk Socken stricken wollt oder eure Verwandtschaft zum Picknick einladen. Euer Ideenreichtum ist gefragt, eure Fantasie und eure Entschlossenheit.
Wusstest du eigentlich, dass…
*Gorleben nicht nur erkundet, sondern quasi schon zum Endlager ausgebaut wird?
*schon Anfang der 80er Jahre erhebliche Zweifel an der Eignung des Salzstocks aufkamen?
*die Entscheidung für Gorleben als Endlager eine politische war und nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruht?
*bewusst Dokumente geschönt wurden, um Gorleben als Standort für geeignet erklären zu können?
Aktionsrahmen
Wir werden den Zugang zum Erkundungsbergwerk versperren. Wir wollen andere Menschen mit unserem Handeln dazu motivieren, Verantwortung nicht zu delegieren, sondern sich eigenverantwortlich für den Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen.
Unsere Blockaden sind Akte Zivilen Ungehorsams. Gesetze und Vorschriften, die den reibungslosen Betrieb des Endlagerbergwerks sicherstellen sollen, werden wir nicht beachten. Wir werden die Zufahrt nicht freiwillig verlassen, weil wir in Anbetracht des atomaren Risikos und der ungelösten Entsorgungsfrage unsere Aktion als legitim und notwendig erachten. Bei polizeilichen Räumungen werden wir besonnen und ohne Gewalt handeln. Durch mögliche Demonstrationsverbote und juristische Verfolgung lassen wir uns nicht abschrecken.
Wir streiten für das Leben und eine lebenswerte Zukunft. Daran orientiert sich auch unser Handeln. Wir werden keine Menschen verletzen. Unser Anliegen ist es, allen Menschen mit Aufrichtigkeit, Respekt und Gesprächsbereitschaft zu begegnen.
Die Polizei und die Angestellten des Bergwerks sind nicht unsere GegnerInnen, deshalb versuchen wir in unserem Verhalten zu Ausdruck zu bringen, dass wir die einzelnen PolizistInnen und MitarbeiterInnen des Erkundungsbergwerks als Menschen achten, auch wenn wir ihr Handeln und ihre Rolle kritisieren.
In unserer Zusammenarbeit versuchen wir, hierarchiefreie Strukturen zur Anwendung zu bringen, d.h. wir werden nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern nach dem Konsensprinzip entscheiden und uns untereinander so weit wie möglich absprechen. Wir werden gewaltfrei und entschlossen den reibungslosen Betrieb des Endlagerbergwerks stören.
gorleben365 ist eine gemeinsame Kampagne der KURVE Wustrow Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion und von X- tausendmalquer – Gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft
Kontakt:
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c/o X- tausendmal quer
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