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Bad Boll-Tagung startet trotz Gegenwind

 

Vorwürfe gegen Tagung in Bad Boll, die über eingeschränkte Menschenrechte im Nahost-Konflikt diskutieren wollte

KURVE Wustrow solidarisiert sich  und spricht sich für Dialogfähigkeit aus

Ende September besuchte unser Vereinsmitglied Schulamith Weil, die Tagung „Shrinking Space im Israel-Palästina-Konflikt“ der evangelischen Akademie Bad Boll. Der Untertitel beschreibt das Anliegen der Tagung: „Aufbruch in ein konstruktives Miteinander“.

Die Akademie beschreibt in der Tagungsausschreibung ein Phänomen, das auch wir wahrnehmen und das unsere Arbeit erschwert:

„Der Diskurs um den Nahostkonflikt in Europa ist in eine Krise geraten. Der Demokratie- und Menschenrechtsdiskurs wird durch unterschiedliche Vorwürfe blockiert. Veranstaltungen werden abgesagt bzw. untersagt, der Vorwurf der Einseitigkeit schnell erhoben.“

Wir finden es wichtig, genau darüber zu sprechen. Denn wie wollen wir als externe Akteure aus Deutschland und Europa konstruktiv und friedensfördernd vor Ort wirken, wenn es uns nicht einmal hier in Deutschland gelingt, einen sachorientierten Diskurs zu führen?

Wie es häufig mit Veranstaltungen zu diesem Thema passiert, geriet auch diese Tagung im Vorfeld unter Beschuss – Einseitigkeit wurde vorgeworfen, die Absage gefordert. Die Akademieleitung hielt an der Tagung fest und führte diese trotz Gegenwind durch. Die Ereignisse im Vorfeld führten das beschriebene Problem eindrücklich vor Augen. Die Teilnehmenden tauschten sich über Erfahrungen aus, beleuchteten Gründe, Zusammenhänge und verschiedene Aspekte des Themas.

Glücklicherweise gelang es, trotz einiger Absagen im Vorfeld, über die Referierenden unterschiedliche Standpunkte auf den Podien einzubringen und eine konstruktive und kontroverse Auseinandersetzung zu führen.

Schulamith Weil verfasste während der Tagung eine Erklärung, um der Akademieleitung zu danken. „Es sollte selbstverständlich und alltäglich sein, eine solche Tagung durchzuführen. Erschreckend, dass es sich aktuell als ein Akt der Zivilcourage erweist.“ Die Erklärung wurde von ca. 25 weiteren Teilnehmenden unterzeichnet und kann hier nachgelesen werden:

Zur Erklärung

 

Schulamith Weil

ist langjähriges Vereinsmitglied der KURVE Wustrow sowie eine enge und kritische Begleiterin unserer Arbeit in Israel und Palästina.

 

Wofür wir einstehen

Unsere Geschäftsführerin Anja Petz erläutert das so:

“Wir stehen für Friedensarbeit und für gewaltfreie Aktion – das heißt wir suchen nicht immer

die neutrale Außenposition. Wir gehen für unsere Werte auch mal in die Auseinandersetzung.

Wichtig ist uns dabei, dass, egal wie überzeugt wir von unserem Anliegen sind, wir in unserem

Gegenüber immer Menschen sehen, mit denen wir reden wollen. 

Nur so können tragfähige Lösungen für Konflikte gefunden werden.

An diesem Anspruch messen wir uns und unsere Arbeit im In- und Ausland.”

 

Mehr über die Tagung