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Jugend für Frieden – Let’s do it!

Am 9. Dezember 2015 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 2250 zu Youth, Peace and Security. Diese Resolution entstand aus einer Bewegung junger Menschen, die sich seit Jahren weltweit für Frieden engagieren. In Deutschland ist die Resolution 2250 bisher wenig bekannt. Daher organisierten wir vom 6.-8.1.2017 das Seminar „Youth in Peacebuilding – in Vielfalt und Frieden leben“, um die Resolution und die damit anerkannte Relevanz von Jugendrepräsentation in Einscheidungsprozessen und in der Friedensarbeit bekannter zu machen und an ehemalige weltwärts-Freiwillige als Multiplikator*innen weiterzugeben.

 

Der Workshop am Wochenende

16 junge Menschen, die sich aktiv in Deutschland engagieren, sind an diesem Wochenende in der KURVE Wustrow zusammengekommen. Wir haben uns angeguckt, was Peacebuilding eigentlich alles sein kann; die UN Sicherheitsratsresolution 2250 on Youth, Peace and Security näher kennen gelernt; haben uns die Möglichkeiten und Bedeutung der UNSCR 2250 für unser eigenes Engagement bewusst gemacht; uns mit Rechtspopulismus & Gewalt sowie der Gefährdung einer friedlichen, von Vielfalt geprägten Gesellschaft in Deutschland auseinandergesetzt und konkrete Schritte geplant um die Resolution 2250 durch unser Engagement zur Umsetzung zu bringen.

Die Resolution 2250 zu Youth, Peace and Security diente uns als Einstieg in die Frage, welche Relevanz junge Menschen in der Friedensarbeit haben und welche Verantwortung auch wir als junge Menschen in der Erhaltung und Schaffung einer friedlichen Gesellschaft haben. Nachdem wir die Resolution und deren Entstehungskontext näher betrachteten, sind wir in Workshops übergegangen, um zu sehen wie die Umsetzung der Resolution konkret aussehen könnte. Jannis hat hier einer Gruppe in „Stammtischkämpfer*innen“ einen Einblick gegeben, wie populistischen Parolen begegnet und dagegen argumentiert werden kann. In Janas Gruppe ging es um „Everyday Peacebuilding“ und darum, wie wir in unserem Alltag Menschen so integrieren und teilhaben lassen können, dass Vielfalt gewährleistet und Konflikten vorgebeugt werden kann.

Ein vermeintliches Luftballonspiel nach der Mittagspause hat schnell gezeigt, dass wir oft mehr in Situationen hineininterpretieren als gegeben ist und dadurch auch schnell Konflikte entstehen können. Eifrige Diskussionen entstanden in der Debatte um aktuelle Herausforderungen und wie wir zu einer friedlichen Gesellschaft beitragen können. Hier wurden vor allem Prävention durch Bildung und mehr Jugendpartizipation auch auf politischer Ebene als Prioritäten für die Friedensarbeit in Deutschland genannt.

Die Gruppe nach dem Skype-Gespräch mit Rashid Zuberu

Eines der Highlights war das Skype-Gespräch mit Rashid Zuberu (35) Samstagabend, der davon erzählte, warum er mit 17 seine eigene Peacebuilding Organisation „Young Peace Brigades“ in Ghana gründete, nachdem er miterleben musste wie eine Frau vom Militär erschossen wurde. Durch das Gespräch wurde die Wichtigkeit der Resolution noch einmal hervorgehoben, auch durch Rashids Berichte von der Entstehung der Resolution, an der er maßgeblich beteiligt war. Er sagte, auch für uns sei die Umsetzung der Resolution besonders wichtig, da Deutschland für viele Länder im Globalen Süden eine Vorbildfunktion habe und auch soziale Faktoren wie Diskriminierung und Arbeitslosigkeit langfristig zu Konflikten führen können.

Nachdem wir Einblick in die Resolution, in ihren Entstehungskontext und deren Bedeutung auch für uns sowie der Bedeutung besonders von jungen Menschen in der Friedensarbeit bekommen hatten, sind wir in die Projektphase übergegangen, um endlich in Aktion zu treten und das bisher gelernte auf unsere Kontexte zu übertragen.

Projekte erarbeiten in Kleingruppen

Hierbei entstanden drei tolle Projekte:
  1. Erstellung einer Vernetzungskarte und Eventkalender für Youth Peacebuilding Aktionen in Deutschland
  2. Ein Aktionstraining für junge Menschen
  3. Eine Veranstaltung zu Religion in den 20ern, bei der langen Nacht der Religionen in Berlin.

Für die meisten hieß es hiernach am Sonntagmittag schon Abschied nehmen.

 

Advocacy für die Resolution

Die Advocacybegeisterten, die sich auch nach dem Seminar noch aktiv für die Verbreitung und Umsetzung der Resolution einsetzen wollen, sind noch einen Tag länger zusammengeblieben.

Wir haben uns angeguckt, welche Schritte die Bundesregierung bisher eingeleitet hat um die Resolution 2250 umzusetzen. Schnell war klar, das ist – nichts. Romeral Ortiz Quintilla, die sich in der Advocacy für die Resolution 2250 vor dessen Verabschiedung eingesetzt hat, hat sich über Skype zu uns hinzugeschaltet und von Ihren Erfahrungen berichtet und Tipps für unser weiteres Vorgehen gegeben.

Am Montag hatten wir ein Skype-Gespräch mit Eric Klausch, dem deutschen UN-Jugenddelegierten, mit dem wir uns über die Bedeutung der Resolution für Deutschland und seine Rolle als Jugenddelegierter unterhalten haben. Auch er hat bestätigt: Es muss etwas getan werden sowohl für die Umsetzung der Resolution auf Politikebene als auch für die Aktivierung junger Menschen, sich aktiv für eine friedliche Gesellschaft einzusetzen. Das Advocacyteam besteht nun aus fünf motivierte jungen Menschen, die sich aktiv für die Umsetzung der Resolution in Deutschland einsetzten werden.

Und wie eine der Teilnehmenden gesagt hat: „Gut, dass das Seminar Anfang Januar stattfand, das gibt Motivation für das ganze weitere Jahr!“ – Let’s do it!

 

Die Seminarleitung übernahmen:
  • Jana Burke, weltwärts-Freiwillige der KURVE Wustrow 2012/13, Studentin an der Uni-Marburg, freie Diversity Trainerin unter anderem für die Deutsche Angestellten Akademie, Betzavta Trainerin, Erd-Charta Botschafterin und aktiv in verschiedenen Jugendpeacebuilding-Projekten in Europa. Jana hat im Sommer auf dem Young Peacebuilders Forum (von United Network of Young Peacebuilders) von der Resolution 2250 erfahren und war hier an der Planung für dessen weitere Umsetzung beteiligt.
  • Jannis Pfendter, weltwärts-Freiwilliger der KURVE Wustrow 2011/12, Referent bei ROBIN WOOD in Hamburg, im Vorstand der Naturfreundejugend Deutschlands, und beim Bündnis Aufstehen gegen Rassismus engagiert.