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Landenteignung droht in Al-Walajah – Bitte erhebe deine Stimme!

Checkpoint bei Al-Walajah

 

Palästinensisches Dorf Al-Walajah: Erneute Landenteignung droht

Am 12.11.2017 beantragte die Jerusalemer Stadtverwaltung offiziell, den Ein Ya’el Checkpoint unterhalb von Al-Walajah 5 km näher an das Dorf und damit noch weiter ins besetzte palästinensische Gebiet zu verlegen.

Dies würde die Enteignung von ca. 120 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche bedeuten, da diese in einen geplanten Jerusalemer Stadtpark eingegliedert werden soll. Der Park soll vor allem der Jerusalemer Bevölkerung sowie den Bewohner*innen der benachbarten illegalen (1) israelischen Siedlungen, Gilo und Har Gilo, zur Verfügung stehen. Die Bewohner*innen von Al-Walajah und rechtmäßigen Eigentümer*innen des Landes, hätten dadurch keinen Zugang mehr zu ihrem Land.

Die betreffenden Ländereien liegen zwischen der israelischen Sperranlage (die Al-Walajah fast komplett umrundet, mehr zu Al-Walajah siehe Dossier) und der international anerkannten “Grünen Linie” von 1949, welche Israel und das besetzte palästinensische Gebiet demarkiert. Somit entspricht es einer weiteren Annektierung palästinensischen Landes durch israelische Regierungsbehörden. Diese und weitere Enteignungen und Annektierungen führen dazu, dass eine, auch von der Bundesregierung angestrebte, Zweistaatenlösung immer unwahrscheinlicher wird.

Den von der Enteignung des Landes betroffen Bewohner*innen von Al-Walajah wurden 15 Tage eingeräumt, um gegen die Enteignung Einspruch zu erheben. Basierend auf Erfahrungen in der Vergangenheit wird befürchtet, dass dem Einspruch kein reales oder faires Gehör gegeben wird. Oder ihm anfangs stattgegeben, diese Entscheidung aber später widerrufen wird, wie auch im Fall des Klosters Cremisan. Hinzu kommt, dass nicht alle Eigentümer*innen die Landtitel, die noch aus der türkischen oder britischen Kolonialzeit stammen, schriftlich verbrieft vorliegen haben.

Die Verlegung des Checkpoints Ein Yael bedeutet weiterhin die Enteignung der Wasserquelle Ein Al-Haniyeh. Diese ist eine der letzten direkten Wasserreserven von Al-Walajah und eines der wenigen und dringend benötigten Erholungsgebiete für die lokale palästinensische Bevölkerung.

Die KURVE Wustrow kooperiert mit der Fraueninitiative Al-Walajah im Rahmen des BMZ-finanzierten Zivilen Friedensdienst-Projektes „gewaltfreie Initiativen stärken“. Im Rahmen des Projektes entstehen blühende und essbare Hausgärten aus Upcycling-Materialien (siehe Dossier).

Wir bitten Sie als zivile Stimme für die Menschenrechte :

  • Geben Sie diese Informationen an Ihre*n Bundestagsabgeordnete*n weiter, bringen Sie Ihre Besorgnis zum Ausdruck und bitten Sie darum, die israelischen Behörden bzw. stellvertretend die israelische Botschaft in Deutschland dazu aufzufordern, dem Einspruch der von einer Verschiebung des Checkpoints betroffenen palästinensischen Familien stattzugeben.
  • Unterstützen Sie, dass der Fall Al-Walajah eine breite (Medien-)Aufmerksamkeit erfährt, denn dies schützt betreffende Gemeinden nachhaltig: Verbreiten Sie diese Information zu Al-Walajah z.B. über soziale Medien.
  • Besuchen Sie Al-Walajah: Machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort und unterstützen Sie damit die dort lebenden Menschen.

(1) Art. 49 der IV. Genfer Konvention verbietet explizit, dass eine Besatzungsmacht Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet deportiert oder umsiedelt.

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