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Minderheiten Studie aus Nepal

 

Download mit Auszug der Studie

Zur gesamten Studie bitte Email an Steffi Barisch Öffentlichkeitsreferat.

 

Zusammenfassung

In Nepal leben verschiedene Minderheitengruppen, die starken Benachteiligungen ausgesetzt sind. Die Studie beschreibt die Diversität der nepalesischen Gesellschaft und die streng hierarchischen Strukturen. Sie beleuchtet welche rechtlichen Möglichkeiten zur Inklusion der Minderheitengruppen vorhanden sind und wie sie in der Realität in politischen Entscheidungsstrukturen und in der Zivilgesellschaft agieren können. Wie erfahren welche Möglichkeiten es gibt, die Inklusion der Minderheiten zu verbessern und ob der politische Wille dazu vorhanden ist.

Hintergrund

Die nepalesische Gesellschaft ist durch eine hohe ethnische sowie sozio-kulturelle Diversität geprägt. So gibt es mehr als 100 verschiedene Ethnien, viele von ihnen durch das hinduistische Kastensystem streng hierarchisch und vertikal nur wenig durchlässig strukturiert. Die Gesellschaft ist entlang unterschiedlicher Linien geteilt, hohe und niedrige Kasten, Nepali sprechende Ethnien und Ethnien mit indigenen Sprachen, Ethnien der nördlichen Bergregionen und der südlichen Tiefebenen, sowie einer Trennung zwischen den Geschlechtern mit einer starken Dominanz höherkastiger Männer, die überwiegend den Ethnien der Bergregionen angehören. Dies erschwert eine klare Eingrenzung des Begriffes Minderheit und klare Zuordnungen und Identifikationen. So sind Dalits (Kaste der Unberührbaren) innerhalb des Kastensystems stark benachteiligt, aber zusätzlich hängt der Grad der Marginalisierung mitunter auch davon ab, welcher Ethnie die Person angehört und welchen Geschlechts sie ist.

Dieses diverse und streng hierarchische System bestimmt die sozio-strukturelle Ordnung und damit die Beteiligung an Entscheidungsstrukturen und den Zugang zu Ressourcen und viel wichtiger, den Zugang zu grundlegenden Menschenrechten. Die Dominanz männlicher Angehörigen höherkastiger Gruppen des Kathmandutals in Politik und Zivilgesellschaft zieht sich durch die gesamte bürokratische Administration und die Sicherheitsapparate.

Viele ethnische Gruppen und Minderheitengruppen fordern daher eine paritätische Beteiligung bzw. eine Inklusion, die alle Minderheitengruppen in der Beteiligung an Entscheidungsprozessen ausreichend berücksichtigt. Prominente Bewegungen, die sich für eine stärkere Inklusion einsetzen sind z.B. die Madesh Bewegung (Angehörige der Ethnien der Tieflandebene), die Dalitbewegung, die Bewegung der Janajati (Angehörige verschiedener Ethnien/indigener Gruppen) und die Frauenbewegung.

Die Studie beleuchtet zum einen die bestehende internationale Gesetzgebung sowie die Verfügungen für Minderheitengruppen der nepalesischen Verfassung. Zum anderen bietet sie einen Einblick in die Realität der Inklusion und Repräsentation von Minderheitengruppen auf der Ebene politischer Entscheidungsstrukturen sowie der Zivilgesellschaft. Gleichzeitig versucht die Studie bestehende Lücken zu identifizieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, die Inklusion von Minderheitengruppen zu verbessern. Insbesondere die fehlende Konsequenz in der Implementierung werden in der Studie herausgestellt, als auch Lücken in der bestehenden Gesetzgebung sowie die mangelnde Inklusivität von Entscheidungsstrukturen und Planungsprozessen.

Nach 20 Jahren fanden im Mai und Juni 2017 die ersten Lokalwahlen statt. Ende des Jahres sind Provinz- und Nationalwahlen geplant. Sie bieten Chancen, den Einfluss und die Repräsentanz von Minderheiten zu stärken oder zumindest ihren unmittelbaren Zugang zu Ressourcen und die grundlegenden Menschenrechten auf Basis der bestehenden Gesetzgebung zu stärken. Dies hängt aber auch davon ab, inwieweit die föderalen Strukturen konsequent umgesetzt und mit Ressourcen ausgestattet werden. Weiterhin gibt es klare Anzeichen, dass die Zentralregierung nur unzureichend Willens ist, die Autonomie der Lokalregierungen zu stützen und eine konsequente Inklusion und damit gerechtere Machtverteilung umzusetzen.