Print Friendly

Select Language

Print Friendly

Unser Haus ist zu klein geworden

Auf der Mitgliederversammlung der KURVE Wustrow diskutierten rund 30 Gäste über die Friedensaktivitäten unseres Vereins. Große Freude herrschte über die Freilassung des Menschenrechtlers Peter Steudtner, der regelmäßig Seminare bei uns leitet.

Der Vorstand der KURVE Wustrow gratuliert Margrit Albers (Mitte). Sie ist eine von vier neuen Ehrenmitgliedern des Vereins. v.l. Thomas Kohls, Dieter Schaarschmidt, Doris Hertle und Erika Jennerjahn-Meyer.

“OHNE EUCH WÄRE DAS NICHT GEGANGEN”

Erstmals Ehrenmitglieder bei der KURVE Wustrow

Unsere Bildungs- und Begegnungsstätte ist mittlerweile 37 Jahre alt. Offizielle Würdigungen für verdiente Mitglieder hat es bisher nicht gegeben. Mit einer Satzungsänderung wird es nun möglich sein, Menschen zu ehren, die dem Verein vor allem in den Anfangsjahren eng zur Seite standen.

Margrit Albers und Dr. Wolfgang Hertle waren 1980 die ersten Mitarbeiter*innen unserer Bildungsstätte. Sie legten mit ihren neu konzipierten Trainings für gewaltfreie Protestaktionen den Grundstein für die heutige Arbeit. Zusammen mit Konrad Tempel und Prof. Dr. Harmen Storck wurden sie nun für ihre Verdienste auf der Mitgliederversammlung geehrt. Harmen Storck war mit seiner Frau Ewis sehr häufig in Wustrow und hat sich um die Finanzen gekümmert. „Ihr seid immer für uns dagewesen“, hebt Vorstandsfrau Doris Hertle bei der Verleihung hervor, „ohne Euch wäre das nicht gegangen.“ Mit Blick auf Margrit Albers betont sie: „Du hast uns damals mit deiner Kraft im Landkreis bekannt gemacht.“ Wolfgang Hertle und Konrad Tempel engagieren sich bis in die heutige Zeit für Abrüstung, Frieden und Gewaltfreiheit. Sie konnten ihre Auszeichnungen nicht persönlich entgegennehmen.

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung legten Vorstand und Geschäftsstelle vor den Mitgliedern des Vereins Rechenschaft über ihre Friedensarbeit ab. „Hervorzuheben ist der Aufwuchs im Bereich des Zivilen Friedensdienstes“, erläutert unsere Geschäftsführerin Anja Petz. „Hierfür bilden wir Fachkräfte aus, die in Krisengebieten wie in Myanmar oder der Ukraine unsere Partnerorganisationen unterstützen.“ 25 Friedensfachkräfte sind derzeit in 10 Ländern für uns aktiv. Ebenso kommen Menschenrechtler*innen aus diesen Ländern nach Wustrow, um sich hier fortbilden zu lassen. Einer der Seminarleiter ist Peter Steudtner, der kürzlich aus der Haft in Istanbul entlassen wurde „Die gute Belegung der Seminare für gewaltfreie Konfliktbearbeitung ist schon seit etlichen Jahren festzustellen. Allein 2016 waren es rund 100 Friedensaktivist*innen aus aller Welt.“ ergänzt Petz.

Unser Geschäftsführer Jochen Neumann erläutert das ausgeglichene Jahresergebnis für 2016: „Es war möglich, einen Teil der Einnahmen für Sonderzahlungen für die Mitarbeitenden zurückzustellen.“ Dennoch mahnt der unabhängige Wirtschaftsprüfer unsere Organisation in seinem vorgelegten Bericht „eine betriebliche Altersrente in Betracht zu ziehen, da die Entlohnung der Mitarbeiter auf geringem Niveau liegt.“

An der Mitgliederversammlung unseres Vereins nahmen neben langjährigen Wegbegleitern auch viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teil. Sie wollten hören, was die Mitglieder zu den neuen Raumplänen sagen. Denn im KURVE-Haus in der Kirchstraße ist es eng geworden in den letzten Jahren. Das Team ist auf mehr als 25 Mitarbeitende gewachsen. Das Haus hingegen ist immer noch ein altes Fachwerkgebäude mit kleinen, verwinkelten Räumen. Besonders die Gäste des Tagungshausbereiches müssen sich auf den rustikalen Charme einstellen. „Sie schlafen immer noch in den gleichen massiven Doppelstockbetten wie vor 30 Jahren, zum Teil in 6-Bett-Zimmern.“ berichtet Dieter Schaarschmidt vom Vorstand. „Dabei könnte die KURVE Wustrow viel mehr Seminarteilnehmer aufnehmen. Die Anmeldelisten sind lang. Denn die Trainings für gewaltfreie Konfliktbearbeitung sind sehr angesehen.“

Und er führt aus „Ein Neubau auf der grünen Wiese wurde erwogen und zum Verkauf stehende Tagungshäuser besichtigt. Doch eine große Mehrheit des KURVE-Teams sprach sich dafür aus, im Ort zu bleiben.“ Das wäre eine gegenläufige Entwicklung in Wustrow. „Denn dort trifft man in der Innenstadt auf leere Schaufenster, selbst die Apotheke hat kürzlich geschlossen“. Der Wunsch nach Ortstreue wurde auch mit der Bürgermeisterin besprochen. „Zusammen mit dem Stadtrat sagten sie ihre Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Objekt zu.“, so Schaarschmidt.

Die Mitgliederversammlung beschließt, dass zusätzliche Räumlichkeiten zu erkunden sind und der Standard im vorhandenen Haus erhöht werden muss, aber auch die Kreditbelastung nicht zu hoch ausfallen darf.