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Unsere Projekte in Israel und Palästina

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PRESSEMITTEILUNG

„KURVE Wustrow leistet wunderbare Arbeit in Israel und Palästina“

Bei der ersten Beratung des Bundeshaushaltsplanentwurfs 2017 wurden die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit besprochen. Im Beitrag der Bundestagsabgeordneten Gabi Weber (SPD) wird die KURVE Wustrow als Projektbeispiel hervorgehoben.

„Ich war letzte Woche mit dem Staatssekretär Thomas Silberhorn (CSU) zusammen auf einer sehr interessanten Reise in Israel und den palästinensischen Gebieten“, berichtet Weber im Plenarsaal des Bundestages. „Wir haben dort geschaut, wie unsere Arbeit im Entwicklungsbereich funktioniert, die allerdings dort eben nicht störungsfrei von statten geht. Umso wichtiger ist es dort genauer hinzuschauen. Ich bin dabei auf einen Verein aus dem Wendland gestoßen – die KURVE Wustrow. Sie leisten eine wunderbare Arbeit, die ihre Erfahrungen aus den gewaltfreien Aktionen der Anti-Atombewegung zur Konfliktentspannung in Israel und Palästina umsetzen. Sie arbeiten dort mit Partnerorganisationen in der Westbank, aber auch mit Frauen in Israel zusammen und da kann man nur sagen, das ist zivile Krisenprävention im besten Sinne – davon brauchen wir mehr.“ (http://dbtg.tv/fvid/6999431 ab Minute 4).

Die KURVE Wustrow ist eine von acht deutschen Organisationen, die Friedensfachkräfte in Konfliktgebiete entsendet. Friedensfachkraft Thimna Bunte ist beispielsweise seit 2011 in den palästinensischen Gebieten. In ihrem Projekt „Gewaltfreie Initiativen stärken“ arbeiten drei Friedensfachkräfte in Palästina und seit 2013 auch eine in Israel.

„Direkt mit der gewaltfreien Bewegung zu arbeiten ist ein Konzept, das im Moment von keiner der anderen Organisationen umgesetzt wird“, berichtet Bunte. „Um zu einem Ende der Besatzung beizutragen braucht es ‚Soziale Bewegungen‘ und Aktionen, die auch eskalieren, aber gewaltfrei. Ich bin überzeugt, dass Gewaltfreiheit ein Ansatz ist, den Menschen in einer solchen Situation für sich annehmen können, um handlungsfähig zu bleiben. Und es ist ein effektiver Weg, Bewegung in einen eingefahrenen Konflikt zubringen.“

Die wendländische Friedensorganisation verfolgt den Ansatz, gewaltfreie Initiativen zu unterstützen. Dies verbindet sie mit einer inneren Grundhaltung der Allparteilichkeit, die klar sagt: „Wir stellen uns auf die Seite jener, deren Menschenrechte verletzt werden.“

Friedensfachkräfte, wie Thimna Bunte arbeiten im Rahmen des „Zivilen Friedensdienstes“ (ZFD). Dieser wurde Mitte der 1990er Jahre von einer Reihe von Organisationen aus der deutschen Friedensbewegung entwickelt – darunter auch die KURVE Wustrow. Seit 1998 ist der Zivile Friedensdienst ein Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Bei einem Treffen mit Vertretern des Zivilen Friedensdienstes betonte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller kürzlich die Bedeutung des Förderprogrammes für die entwicklungspolitische Arbeit: „Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik. Jede Krise hat ein Davor und ein Danach: Die Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und Hunger mindert Konflikte und beugt so Krisen vor“, sagte Entwicklungsminister Müller in Bonn. „Bei der Konfliktnachsorge geht es um Dialog, Aufarbeitung und Versöhnung. Der Zivile Friedensdienst hat die notwendige Erfahrung, um sowohl Krisenprävention als auch Friedensförderung zu stärken.“

„Im Zuge der Entwicklungen in Israel und den besetzten Gebieten, vor allem in den letzten 12 Monaten, haben die Aussagen von Gerd Müller und Gabi Weber eine große Bedeutung für uns“, erklärt die Geschäftsführerin der KURVE Wustrow, Anja Petz. „Denn wir nehmen in wachsendem Maße drastische Einschüchterungsversuche gegenüber Menschenrechtsgruppen in Israel wahr, auch gegenüber unserer Partnerorganisation ‚ Coalition of Women for Peace‘ in Tel Aviv.

Erhalten diese zum Beispiel Förderung von deutschen Institutionen, wie den politischen Stiftungen oder von Hilfswerken, laufen sie in der aktuell gezielt aufgeheizten Debatte Gefahr, als „ausländische Agenten“ und „Verräter“ diffamiert zu werden. Gleichzeitig ist auch der Druck auf unsere Partner in den besetzten palästinensischen Gebieten gestiegen, die zunehmend von willkürlichen Verhaftungen und Repressionen bedroht und betroffen sind. So war etwa ein von unserer Partnerorganisation betriebenes Zentrum in Hebron wochenlang Teil einer willkürlich eingerichteten militärischen „Sicherheitszone“ und weder für Friedensfachkräfte noch für die Mitarbeitenden der Organisation zugänglich.

 

Über den ZFD:

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) entsendet Fachkräfte für zivile Konfliktbearbeitung in fragile und von Konflikten betroffene Staaten weltweit. Krisenprävention, Gewaltminderung und langfristige Friedenssicherung sind seine Ziele. Seit 1999 arbeiteten mehr als 1.100

professionell ausgebildete ZFD-Fachkräfte in über 50 Ländern. Aktuell sind rund 300 Fachkräfte in 39 Ländern im Einsatz. Die Ausbildung und Vermittlung der ZFD-Fachkräfte wird von einem staatlichen Entwicklungsdienst und acht zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Friedens- und Entwicklungsdiensten durchgeführt, die sich im Konsortium ZFD zusammen geschlossen haben. Der ZFD wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Weitere Informationen: www.ziviler-friedensdienst.org

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