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Naher Osten

Ziviler Friedensdienst in Palästina / Israel


Die offiziellen Friedensbemühungen stagnieren. Frustration darüber macht sich breit und birgt ein hohes Risiko für eine erneute Gewalteskalation. Gleichzeitig setzen sich auf beiden Seiten zivilgesellschaftliche Gruppen mit gewaltfreien Methoden für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden ein.

 

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes unsere lokalen Partner darin, folgende Ziele zu erreichen:


  • Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, haben ihre Kapazitäten der Partizipationsmechanismen, der Interessen-Äußerung und gewaltfreien Durchsetzung dieser erweitert und insbesondere Frauen und Frauen-Initiativen entwickeln eigene Formen der Beteiligung.
  • Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, verfolgen effektivere Ansätze und Strukturen, die zu ihrem Schutz und dem Schutz anderer Menschenrechtsverteidiger*innen beitragen.
  • Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, erarbeiten Lobby- und Advocacy-Strategien. Sie erreichen mit ihren Anliegen, insbesondere der Förderung und dem Schutz von Menschenrechten und (W)HRDs, eine breitere Öffentlichkeit sowie relevante Entscheidungsträger*innen in der Region und im Ausland, damit sich diese effektiver für eine Beendigung der Besatzung einsetzen.

 

 

Unsere Partner


Die Coalition of Women for Peace (CWP) ist eine feministische Organisation auf israelischer Seite. Sie wurde im November 2000 nach Ausbruch der zweiten Intifada von neun Organisationen und feministischen Initiativen gegründet, um einen feministischen Kampf gegen die israelische Besatzung und für einen gerechten Frieden zu fördern. Heute ist die CWP eine unabhängige Organisation von und für Aktivistinnen einer breiten Vielfalt von Identitäten und Gruppen, mit einem eigenen Büro in Tel Aviv, wo palästinensische und jüdische Teilzeitmitarbeiterinnen, Aktivistinnen und Vorstandsmitglieder arbeiten und sich treffen. Die CWP setzt sich für eine Ende der Besatzung und die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft ein, indem sie die Inklusion und Teilhabe von Frauen im öffentlichen Diskurs fördert, sowie Graswurzelinitiativen und Gruppen junger Aktivist*innen unterstützt. CWP initiiert öffentliche Kampagnen und Outreach-Programme, die einen feministischen Diskurs auf allen Ebenen der Gesellschaft entwickeln und integrieren sollen. Innerhalb Israels arbeitet CWP daran, das öffentliche Bewusstsein und die Akzeptanz von gewaltfreier Aktion in der Gesellschaft, sowie ihre Ziele, zu erhöhen. Sie weist außerdem auf die wirtschaftlichen Profite hin, die durch die Besatzung entstehen, und exponiert die Interessen zahlreicher Interessengruppen an ihrer Fortsetzung.

 

Youth Against Settlements (YAS) in Hebron haben sich 2008 gegründet und sind eine ausschließlich von Freiwilligen getragene Initiative. Sie unterhält ein Jugend- und Bildungszentrum in einem palästinensischen Haus, das zunächst von israelischem Militär, dann von Siedler*innen besetzt war und durch gewaltfreie Aktion für palästinensische Nutzung zurück gewonnen wurde. Ziel ist die Stärkung und Bildung vor allem junger Palästinenser*innen, um sie zu ermutigen, in den von Siedlungen bedrohten und betroffenen Gebieten zu bleiben, standzuhalten und gewaltfreien Widerstand zu leisten. Die Aktivitäten beinhalten direkte Aktionen wie z.B. die jährliche Open Shuhada Street Campaign. Außerdem organisieren sie eine gewaltfreie Schutzgruppe, die von Siedlergewalt betroffene Anwohner*innen durch schützende Präsenz und Medienarbeit unterstützt.


Basierend auf den Ergebnissen der Projektsondierung "Partizipation von Frauen im palästinensischen gewaltfreien Widerstand" im Jahr 2015 nahm die KURVE Wustrow im Rahmen des ZFD Programms im Jahr 2016 die Kommunikation mit einer selbst organisierten Fraueninitiative im Dorf Al Walaja nahe Bethlehem auf. Dies führte zu einer Kooperation mit der engagierten Frauengruppe. Geopolitisch ist das Dorf ein wichtiger Ort für den Palästinensischen “gewaltfreien Widerstand”. Das Dorf liegt in Teilen im Area B, in anderen im Area C, wieder andere Teile gehören zur Munizipalität von Jerusalem. Al Walaja spiegelt somit die komplexe und beizeiten absurde Realität der Umsetzung des "Oslo Friedensplans" wider. Zudem ist das Dorf davon bedroht, von der Separationsmauer komplett umschlossen zu werden. Die Bewohner*innen nennen ihr Dorf bereits "Klein Gaza". Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit der KURVE Wustrow  ist es, den Willen der Frauen zum Soumout („existence is resistance“) zu unterstützen und ihren Handlungsspielraum für eine bessere Lebensqualität zu steigern. Das bedeutet, dass es für Palästinenser*innen bereits ein Erfolg ist unter sich verschärfender Repression stand zu halten. Dies gestaltet sich im Rahmen der Projektarbeit in der Entwicklung von Gärten als Basis der Subsistenzwirtschaft und Orte des Zusammenkommens. Der selbst gewählte Ansatz der Frauen zum Empowerment und ihr Engagement in der Dorfgemeinschaft bilden die Basis für zivilgesellschaftliches Engagement. Die Erfahrung solidarischer Prozesse durch das gemeinsame Arbeiten in den Gärten steigert das gegenseitige Vertrauen innerhalb der Gruppe. Grundwerte dieses Ansatzes von „Community Organizing“ beruhen auf Selbstbestimmung, sozialer Gerechtigkeit und Solidarität. Ziele des Ansatzes sind, unter anderem, die Schaffung von Räumen für gemeinsames Engagement, die Vertiefung von Beziehungen im Sozialraum (Dorfcommunity) und die Erweiterung der eigenen Handlungsmacht, gerade unter marginalisierten Lebensbedingungen.

Projektdaten im Überblick

 

Titel:

„Stärkung gewaltfreier Initiativen“

 

Partner:

Coalition of Women for Peace (CWP) 

Youth Against Settlements (YAS)

Weitere gewaltfreie Initiativen

 

Friedensfachkräfte:

Christina Bermann-Harms (CWP)

Katja Volkenant (mit einer gewaltfreien Initiative)

Fee Schreier (YAS)

Nicola Busse (Regionalkoordinatorin)

Ansprechpartner: Henning Borchers hborchers(at)kurvewustrow.org