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Südostasien


Ziviler Friedensdienst in Myanmar


Der Demokratisierungs- und Transitionsprozess im jahrzehntelang isolierten und autoritär regierten Myanmar ist weiterhin fragil. Die Zivilgesellschaft formiert sich und nutzt die neuen Spielräume, verfügt jedoch noch nicht über ausreichend Kapazitäten und geeignete Zugänge, um adäquat auf Friedensverhandlungen oder zaghafte politische Öffnungen zu reagieren oder ihre Interessen in diese einzubringen. Insbesondere die Teilhabe von Frauen ist nicht oder in nur sehr begrenztem Maße vorhanden. Zudem ist Myanmars Gesellschaft stark fragmentiert und die Politisierung von religiösen, ethnischen, oder anderen Unterschieden führt immer wieder zu gesellschaftlichen Spannungen. Dabei fehlt es an Ansätzen und Methoden ziviler und gewaltfreier Konflikttransformation.


Vor diesem Hintergrund unterstützen wir im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes unsere lokalen Partner darin, folgende Hauptziele zu erreichen:


  • Schlüsselakteure der burmesischen Gesellschaft verfügen über Kenntnisse in Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung und wenden diese in ihrem Alltags- und Berufsleben aktiv an. Sie tragen hierdurch zu einem Abbau von Stereotypen und Vorurteilen bei, wirken unterschiedlichen Formen von Diskriminierungen entgegen und helfen so, die Gewaltspirale zu durchbrechen und eine friedlichere Gesellschaft zu schaffen.
  • Daneben übernehmen zivilgesellschaftliche Akteure eine aktive Rolle im Transformationsprozess, indem sie mittels gewaltfreier Aktionen sowie Lobby- und Advocacy-Aktivitäten ihre Sichtweisen, Bedürfnisse und Anliegen artikulieren und erfolgreich gegenüber politischen Entscheidungsträgern vertreten. Im besten Fall erwirken sie hiermit eine Anpassung diskriminierender Gesetze und Verfahrensweisen und gestalten auf Grundlage eines rechtebasierten Ansatzes den demokratischen Wandel maßgeblich mit.


Unsere Partner

 

Mote Oo wurde im Januar 2013 gegründet von Mitgliedern mit langjähriger Erfahrung im Bildungssektor in Myanmar. Sie haben zwei Büros, eins in Yangon und eins in Mae Sot an der Thai-Myanmar Grenze. Es ist eine kleine, lokal-geführte Organisation, die sich auf die Entwicklung von Lehrmaterialien sowie die Aus- und Weiterbildung von Lehrern im informellen Bildungssektor spezialisiert hat. Durch gezielte Angebote im Bereich Erwachsenenbildung, die den Herausforderungen des myanmarischen Kontexts Rechnung tragen, versuchen sie den sozialen Wandel in Myanmar zu unterstützen. Durch Trainings und der Entwicklung von Lehrplänen unterstützen sie Personen mit Lehrtätigkeiten in Gemeinden darin, eine gerechte und friedvolle Gesellschaft zu erbauen. Sie haben bereits eine Reihe von Lehrplänen erstellt, unter anderem im Bereich Sozialwissenschaften, Zivile Bildung und Englisch, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Lehrer im informellen (nicht staatlichen) Bildungssektor. Im Rahmen der ZFD-Kooperation hat Mote.Oo sich das Ziel gesetzt, zu einer umfassenden Friedenserziehung der Bevölkerung beizutragen. So werden Lehrmaterialien für Konfliktbearbeitung entwickelt und Lehrer des informellen Bildungssektor aus- und weitergebildet werden.


Das Gender and Development Institute (GDI) ist eine Nichtregierungsorganisation, die mit Akteuren verschiedener Ebenen zu den Themen Gleichberechtigung von Frauen, Rechte für ethnische Minderheiten und Frieden und Versöhnung in Myanmar arbeitet. Sie hat ihren Sitz in Yangon, verfolgt aber den Anspruch, weg von der Fokussierung auf diese Region, auch in anderen Teilen des Landes aktiv und vor allem ethnisch inkludierend zu sein. Im Rahmen der ZFD-Kooperation unterstütz die KURVE Wustrow GDI darin, lokale Kapazitäten für zivile, gewaltfreie Konflikttransformation und Frauen als „Insider Peacebuilders“ zu stärken. Dies beinhaltet den Ausbau von Local Peace Teams für das Monitoring von Frauenrechten, die Entwicklung eines Manuals zum Monitoring von Waffenstillstandsabkommen, unter besondere Berücksichtigung von Frauenrechten, als auch intensive Lobbyarbeit auf nationaler Ebene.


Die Kalayana Mitta Foundation (KMF) begann 2008,  als Graswurzelbewegung mit jungen Erwachsenen im Bereich der Gemeindeentwicklung und zu Themen der sozialen Gerechtigkeit zu arbeiten. Mit ihrer Arbeit wollen sie zu mehr Einfühlungsvermögen, Verständnis und Solidarität zwischen der Vielfalt ethnischer und religiöser Identitäten in Myanmar beitragen. Seit 2013 ist KMF als NGO in Myanmar registriert. Die Organisation gründet ihr Handeln auf den Werten der weltweiten Bewegung des sozial engagierten Buddhismus. Sie hat Büros in Yangon, Loikaw sowie am Inle See. Darüberhinaus wurden im Laufe der Jahre unter dem Motto “Jugend für Entwicklung“ rund 30 Alumni Gruppen in ganz Myanmar aufgebaut und sensibilisiert.  KMF arbeitet zu den Schwerpunkthemen Friedensentwicklung, Konfliktmanagement, interreligiöser Dialog, biologische Landwirtschaft, Umweltgerechtigkeit und Empowerment lokaler Gemeinden im Kontext von Ressourcenextraktion und Mega-Infrastrukturprojekten.  Im Rahmen der ZFD Kooperation unterstützt KURVE Wustrow KMF in der Ausarbeitung eines Konzepts für friedenspädagogische Projektarbeit und Advocacyarbeit im Bildungsbereich.

Projektdaten im Überblick 

Titel:

„Stärkung lokaler Kapazitäten zur gewaltfreien Konflikttransformation und politischen Teilhabe“

 

Partner:

Ar Yone Oo

Gender and Development Initiative (GDI)

Mote Oo

Kalayana Mitta Foundation (KMF)

 

Friedensfachkräfte:

Daniel Korth (Mote Oo)

Anna-Lena Schulz (KMF)

Véronique Geraud (Ar Yone Oo)

Kristin Czernietzki (Regionalkoordinatorin)

Ansprechpartner: Henning Borchers, hborchers(at)kurvewustrow.org