Westlicher Balkan

Unser Ansatz

Die Folgen der Balkankriege sind in den Gesellschaften der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens noch deutlich zu spüren. Annäherung und Vertrauensbildung innerhalb und zwischen den Gesellschaften bleiben schwierig. Besonders problematisch sind einseitige Interpretationen der Geschichte und die Ablehnung von Verantwortung auf der jeweils eigenen Seite. In vielen Lebensbereichen wie zum Beispiel in der Schule herrscht ethnische Trennung vor. Es gibt wenig Räume für Begegnungen über ethnische und nationale Grenzen hinweg.

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes unsere lokalen Partner darin, folgende Hauptziele zu erreichen:

  • soziale Beziehungen auf Basis gegenseitigen Vertrauens und Empathie sowie grundlegender Werte wie Menschenwürde, Gewaltfreiheit und Toleranz / Anerkennung von Vielfalt wieder herzustellen sowie die Konfliktfähigkeit zu erhöhen;
  • einen friedensfördernden und verantwortungsvollen Umgang mit der gewaltträchtigen Vergangenheit zu etablieren.

Mehr aus den Projekten

Deutschlandfunk CNA 2019

Serben, Kroaten, Bosniaken. "Früher waren sie Feinde, jetzt gedenken sie gemeinsam."

Ein Radiobeitrag im Deutschlandfunk über die Arbeit unserer Partner vom Centre for Nonviolent Action (CNA) in Bosnien und Herzegowina.

Western Balkan Gender CPS

Gendersensibel auf dem Balkan

Zwei Expertinnen aus Palästina und Israel leiten das Gendertraining auf dem Balkan. Denn hier besteht Handlungsbedarf. Eine Teilnehmerin unserer Partnerorganisation Peace Action fast es so zusammen: "Betrachtet man die Umstände, sind wir Frauen nicht laut und wütend genug, uns zu organisieren und uns für tatsächlichen Wandel einzusetzen.“ Ein Beitrag von Julia Oschinski.

KURVE Wustrow Peace Action CPS New Book

Lebensgeschichten von Kriegsveteranen

Ende 2019 hatten unsere Partner von Peace Action angefangen, Interviews mit Veteranen aus Nordmazedonien aufzuzeichnen. Im Rahmen ihrer Vergangenheitsarbeit wurde bereits über Jahre mit den Veteranen zusammengearbeitet. Während der Corona-Pandemie war nun Zeit, das Buch fertigzustellen "Military Stories of Prilep Veterans from 2001". Im Interview spricht Boro Kitanoski über Friedensarbeit in Coronazeiten und die Buchveröffentlichung. 

Unsere Partner in der Region:

Action for Nonviolence and Peacebuilding (ANP) wurde 2002 in Gjilan im Kosovo gegründet, um eine Kultur der Gewaltfreiheit zu fördern, ein Modell für aktive Bürger im Friedensaufbau zu entwickeln und interethnischen Dialog und gewaltfreie Konflikttransformation zu iniitieren. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf Trainings und Seminare, öffentliche Debatten sowie Kampagnenarbeit.

Mit ANP wollen wir im Rahmen des Kooperationsprojekts den konstruktiven Umgang mit der Vergangenheit fördern und die dortigen Veteranenverbände einbeziehen.

Das Centre for Balkan Cooperation – LOJA wurde 2000 in Tetovo in Mazedonien gegründet als Reaktion auf die zunehmenden inter-ethnischen Spannungen im Land und auf die negativen Auswirkungen, die diese Entwicklung insbesondere auf das Leben der Jugendlichen in Tetovo hatte. LOJAs Aktivitäten zielen darauf ab, Gewalt vorzubeugen und zur gewaltfreien Konflikttransformation innerhalb aller Bevölkerungsgruppen, insbesondere in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, beizutragen. Sie bieten seit vielen Jahren interethnische Programme wie Kinder- und Jugendtheater mit sozialem Charakter oder Tanztheater an.

Aus LOJAs interethnischer Jugendarbeit entwickelte sich die Perspektive, ein Curriculum für interethnische Jugendarbeit an Universitäten zu etablieren und zu einem festen Bestandteil in der Ausbildung für LehrerInnen zu machen. Dies ist inzwischen an drei der fünf mazedonischen Universitäten gelungen.

Das „Centar za nenasilnu akciju“ (Centre for Nonviolent Action, CNA) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Friedensaufbau, die Stärkung von Zivilgesellschaft, Gewaltfreiheit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit einsetzt. Dabei liegen die Schwerpunkte der Arbeit insbesondere auf gemeinsamer Vergangenheitsarbeit mit Veteranen der regionalen Bürgerkriege der 1990er Jahre sowie Medienarbeit (Dokumentationsfilme etc.). In den beiden Büros in Sarajevo und Belgrad arbeiten jeweils vier fest angestellte MitarbeiterInnen, die über langjährige Trainingserfahrung verfügen. CNA verfolgt einen regionalen Ansatz und arbeitet somit in der gesamten Region des westlichen Balkans.

Die First Childrens‘ Embassy in the World – Megjashi  wurde 1992 in Skopje in Mazedonien mit dem Ziel gegründet, die Rechte von Kindern zu stärken und ihre Versorgung zu gewährleisten. Sie unterhält in diesem Bereich etwa eine „SOS-Telefonnummer“, die Kinder in Notsituationen wählen können. Megjashi kann auf eine Geschichte überaus erfolgreicher Lobbyarbeit zurückblicken. Unter der Federführung von Megjashi kam es zu einem Zusammenschluss aller NGOs in Mazedonien, die zu Kinderrechten arbeiten. Neben diesem inhaltlichen Feld entwickelte sich im Laufe der Jahre auch Friedenserziehung als Schwerpunkt heraus. Im Bereich der Kampagnenarbeit wird ebenfalls zu diesen und verwandten Themen gearbeitet.

Das Ziel der Kooperation mit Megjashi ist es, Friedenserziehung in Schulen auszubauen bzw. im nationalen Curriculum zu verankern.

Mirovna Akzija (Peace Action, PA) wurde im Jahr 2001 als Zusammenschluss informeller Gruppen von Pazifisten, Militärkritiker*innen und Kriegsdienstverweigerern gegründet, mit dem Ziel zu einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit in Mazedonien beizutragen. Die meisten Aktivitäten in den ersten Jahren zielten auf die Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung. Auch durch die direkte Kooperation mit dem Centre for Nonviolent Action (CNA) bei der Erstellung eines Dokumentarfilms in Mazedonien sowie der Teilnahme an deren Trainingsmaßnahmen zum Thema Aufarbeitung der Vergangenheit wurde dieser Themenbereich zum neuen Schwerpunkt. Mit dem Aufbau eines Dokumentationszentrums wurde bereits im Jahr 2008 begonnen.

Im Rahmen des ZFD-Kooperationsprojekts werden Zeitzeugenberichte gesammelt und in mazedonischer und albanischer Sprache publiziert. Zur Sensibilisierung von Kriegsveteranen und Kriegsopfern für ihre besondere Rolle im Prozess der Aufarbeitung werden Dialogtreffen und Trainingsmaßnahmen durchgeführt.

Mit der Nichtregierungsorganisation „Sezam“ aus Zenica versuchen wir, auch in Bosnien-Herzegowina Friedenserziehung und interethnische Zusammenarbeit an Schulen zu stärken. Sezam will einen Beitrag zur Humanisierung der Gesellschaft leisten, welche die Erneuerung der zwischenmenschlichen Beziehungen einschließt. Sie gründen ihren Ansatz auf das Prinzip der gewaltfreien Kommunikation und der Gewaltprävention.

Du willst Friedensfachkraft werden?

Video: "Dealing with the Past"

Video "Peace Education"

Projektdaten im Überblick

Titel:

„Vergangenheitsarbeit und Stärkung interethnischer Beziehungen im Bildungssystem“

Friedensfachkräfte:

Davorka Turk (CNA)

Nenad Vukosavljević (CNA)

Hannah Kraus (Junior-Friedensfachkraft bei LOJA)

Ana Bitoljanu (Megjashi)

Flanza Jusufi Saliu (Peace Action)

Seda Seusing (Sezam)

Benjamin Blänkner (Regionalkoordinator in Skopje)

Ansprechperson

Joss Becker

jbecker [at] kurvewustrow [dot] org (jbecker(at)kurvewustrow.org)

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