Demo am Antikriegstag 2025

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Am 1. September begann vor 86 Jahren Deutschlands Überfall auf Polen und damit der zweite Weltkrieg. Seit 1957 zeigt der Antikriegstag an diesem Datum, wie wichtig Abrüstung und dazugehörend eine zivile Konfliktlösung sind. Der 1. September dient als Mahnmal und verdeutlicht, welches Leid mit Krieg einhergeht.  

In diesem Jahr wurde als Standort für die jährlich stattfindende Demonstration der Thurauer Turm bei Woltersdorf gewählt. Bisher fanden Aktionen zum Antikriegstag auf dem Lüchower Marktplatz statt. Grund für den Standortwechsel ist der auf technische Geräte, wie Nachtsichtgeräte, spezialisierte Konzern Harder Digital. Es wird angenommen, dass der in Woltersdorf ansässige Equipment Produzent mit mehreren Chemielaboren und einem unterirdischen Lagerraum auf einer Fläche von ca. 1000m2 zur Rüstungsindustrie gehört. 

Aufgerufen von den Antimilitarist*innen im Wendland, versammelten sich über 50 Menschen am Fuße des Thurauer Berges und zeigten symbolisch, dass Krieg schon mit der Aufrüstung und nicht erst mit dem eröffneten Feuer beginnt. Auf Plakaten und in verschiedenen Redebeiträgen machten sie auf das Problem der steigenden Aufrüstung aufmerksam und warben für ein friedliches Miteinander. 
Uwe Hauser, als Sprecher der Aufrufenden, teilte in seiner Rede die Beobachtung, dass drastisch zu merken sei, wie sich die Politik vom Humanismus entferne: „Wir sagen entschieden Nein zur Aufrüstung. Sie ist entsetzlich und eskalativ!“. Anschließend sprachen unter anderem Friedhelm Korth vom DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) sowie die Politikwissenschaftlerin Merle Weber. Weber beendete ihre Rede mit einem klaren Aufruf: „Es ist höchste Zeit wieder unsere Fäuste zu heben und zwar Richtung Berlin. […] Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder!“.

Mit Plakaten, die Nein! zu Krieg und Aufrüstung oder Das Problem heißt Patriarchat titelten, bewegte sich die Demonstration als geschlossener Zug zum Sitz von Harder Digital. In der dort stattfindenden Abschlusskundgebung kamen weitere engagierte Menschen zu Wort, die Kriegsdienstverweigerung thematisierten und über Harder Digital aufklärten. Vor und nach den Reden wurde die Demonstration von Musik begleitet. Die Aktion mit sehr friedlichem Charakter knüpfte an die regionale Friedensarbeit an. Ziel war es, aufzuzeigen wo Krieg beginnt und Frieden endet. Zudem war den Demonstrant*innen wichtig, die in Woltersdorf wohnenden Menschen nicht zu stören. Mit der Freude dieses Ziel erreicht zu haben, beendeten die Teilnehmenden nach zwei Stunden die Veranstaltung. 

Text und Bild: J. Habenicht (FÖJ)