Delegation der ZFD-Partnerorganisation „Bana Group for Peace and Development” aus dem Sudan zu Besuch bei den UN in Genf07.07.2025. Derzeit reist eine Delegation unserer sudanesischen Partnerorganisation durch Deutschland und weitere europäische Länder. Die fünf Frauen der "Bana Group" wollen über die Lage im Sudan zu berichten, ihre Arbeit bekannt machen und Netzwerkkontakte ausbauen. Sie waren auch vier Tage in Genf beim UN-Menschenrechtsrat zu Besuch, um Vertreter*innen zu treffen und ein Side-Event zur Lage im Sudan zu gestalten.Vom 16.-19. Juni trafen die Sudanesinnen unter anderem den Sudan-Verantwortlichen im Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte, Zaki Othman, drei Mitglieder der UN Fact Finding Mission on Sudan, Mitarbeiterinnen der Sonderberichterstattung zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie den Referenten des Auswärtigen Amts zu strategischen Fragen humanitärer Hilfe, Mathias Reuter. Im Vordergrund standen Informationsaustausch und die Vernetzung, so wird beispielweise die Fact Finding Mission voraussichtlich Ergebnisse der Arbeit der Bana Group im Sudan einbeziehen, die dort derzeit eine Datenbank zu Menschenrechtsverletzungen im bewaffneten Konflikt aufbaut. Etwa 40 Menschen nahmen zudem am Side Event im Rahmen der 59. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats am 18. Juni in Genf teil, das die Bana Group und die deutsche Organisation 'Gesellschaft für bedrohte Völker' gestalteten. Dabei wurde zu der extrem herausfordernden Lage insbesondere der Geflüchteten und der Frauen im Sudan berichtet. Es fand ein intensiver Austausch mit Vertreter*innen der UN, Landesvertreterinnen und anderen NGOs statt. Viele zeigten großes Interesse an der Arbeit der Bana Group. „Unsere Treffen bei den Vereinten Nationen waren sehr ergiebig und boten hervorragende Gelegenheiten zur Vernetzung“, erklärte Ekram Hamza, Direktorin der Bana Group, im Anschluss. „Wir nutzen diese Kontakte, um uns dafür einzusetzen, dass die internationale Gemeinschaft mehr Druck auf die Kriegsparteien ausübt. Das ist dringend notwendig, um diesen schrecklichen Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu beenden. Wir werden unsere Kampagne fortsetzen, bis wir endlich Ergebnisse sehen.“Mittlerweile befinden sich die Frauen der Bana Group in Brüssel, um dort EU-Vertreter*innen zur Lage im Sudan zu treffen. Weitere Treffen der Reise fanden im Wendland mit Kolleginnen der KURVE Wustrow statt, in Berlin zu einem Auftritt bei der Biennale im Rahmen eines „Volkstribunals“ zur systematischen Verfolgung von Aktivistinnen im Sudan (https://kulturfabrik-moabit.de/22-06-biennale-kufa-peoples-tribunal-zur-systematischen-verfolgung-von-aktivistinnen-im-sudan-als-teil-des-vermittlungsprogramms/) sowie in Stuttgart zu einer Aufführung des Sudan-Films, der ebenfalls im Rahmen der ZFD-Kooperation entstanden ist (https://merlinstuttgart.de/programm/forgotten-voices/).HintergrundDas Sudan-Projekt startete 2022 und ist damit die jüngste Kooperation der KURVE Wustrow im ZFD. Durch den Kriegsausbruch im Sudan im April 2023 ist seit vergangenem Jahr Kampala, Uganda, der neue Entsendungsort für Fachkräfte des Sudan-Projekts, sowie Sitz eines Teils der Mitarbeiterinnen der Partnerorganisation Bana Group. Sudanesische Geflüchtete in Uganda wurden dadurch Teil der erweiterten Zielgruppe. Das Sudan-Projekt der KURVE Wustrow beinhaltet auch eine Kooperation im Süd-Nord-Modell mit einer sudanesischen Fachkraft in Deutschland. Die aufnehmende Organisation ist dabei die oben benannte Gesellschaft für bedrohte Völker (https://www.gfbv.de/). Diese hat beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN und kann somit schriftlich und mündlich Stellungnahmen beim Menschenrechtsrat in Genf einreichen und Side Events gestalten. „Das macht diese Art der Zusammenarbeit besonders effektiv, da die direkte Kommunikationslinie zur UNO es ermöglicht, Stimmen der Frauen aus dem Sudan direkt bei Entscheidungsträgern hörbar zu machen“, sagt Ekram Hamza über die Süd-Nord-Kooperation im Projekt. Die Position der Süd-Nord-Fachkraft ist von zentraler Bedeutung für die Verbindung der Arbeit der Bana Group im Sudan und in Uganda mit den Interessengruppen in Deutschland und Europa durch Medienarbeit und Lobbying. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie im Rahmen des ZFD-Projekts den Dokumentarfilm „Forgotten Voices“, der Geschichten von Geflüchteten aus dem Krieg im Sudan sammelte. (www.kurvewustrow.org/aktuelles/sudanfilm-forgotten-voices)Foto: Vertreterinnen der Bana Group und der 'Gesellschaft für bedrohte Völker' im Juli 2025 bei der UN in Genf.