Aktiv für den Frieden! - Sieben außerordentliche Frauen aus Palästina zu Gast Lubna, Reem, Taghreed, Ilham, Rasha, Samia und Tuhfa wohnen im palästinensischen Dorf Al-Walajah. Von Mauern, Siedlungen und Checkpoints umschlossen, in Sichtweite von Jerusalem in Israel. Was bei uns fröhliche Freizeitbeschäftigung ist, wird dort zur Überlebensstrategie – die Frauen gärtnern und handwerken in einer Holzwerkstatt. Sie nennen das “Sumud”, auf Deutsch „Standhaftigkeit und Existenz ist Widerstand“. Auf einer Reise durch Norddeutschland präsentierten sie ihre Arbeit, verkauften ihre selbstgefertigten Produkte und tauschten sich über das Leben auf dem Land aus – mit und ohne Besatzung. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erzählten sie ihre Geschichten. Sie schilderten, wie sie den Herausforderungen der israelischen Besatzung und der täglichen Bedrohung enteignet zu werden trotzen. Wir erfuhren, warum sie ihre kargen Höfe in blühende kleine Oasen verwandelt haben und nun pflanzen, jäten und Gartenmöbel bauen. Ebenso, warum sie sich in einer von Männern dominierten Branche und Gesellschaft eine Holzwerkstatt aufgebaut haben und wie sie dort Besucher*innen aus der ganzen Welt die Geschichte und Gegenwart Palästinas näherbringen. Die Geschichten wurden mit Bildern aus dem Alltag der Frauen, dem Dorf unter der israelischen Besatzung und ihrer Arbeit untermalt. Eine Geschichte über sieben Frauen in einem kleinen Dorf im Westjordanland, die ihren Familien das Dortbleiben ermöglichen. Bald, so die Pläne der israelischen Behörden, soll das Dorf von Siedlungen und Mauern vollständig eingeschlossen und isoliert sein. Dann sollen die Bewohner*innen es nur noch durch einen einzigen Eingang verlassen dürfen, der von der israelischen Armee kontrolliert wird. Einem Drittel der Häuser im Dorf droht aktuell Zwangsräumung und Zerstörung. Mehr über die Frauen aus Al-Walajah und ihre Initiative Rweisat for Wood Art Weitere Informationen auf der Seite "Sumud - Existence is Resistance! Gärten als Form von Widerstand im Dorf Al-Walajah". Mit Kartenmaterial zur geografischen Veränderung Palästinas von Anfang des 20. Jh. bis heute sowie dem Hörstück von Sarah Schreier "Sumud - Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies". Hintergrund Die KURVE Wustrow begleitet und unterstützt die Frauen seit 2017 im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden. Neun deutsche Friedens- und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durch. Der ZFD wird von der Bundesregierung gefördert. Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Aktuell arbeiten mehr als 380 internationale ZFD-Fachkräfte in 45 Ländern. www.ziviler-friedensdienst.org Mehr Infos bei John Preuss, Referent für den Ziviler Friedensdienst in Palästina/Israel jpreuss [at] kurvewustrow [dot] org (jpreuss(at)kurvewustrow.org) PreviousNext