Jahresbericht 2017

Jahresbericht 2017
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Überraschend mussten wir 2017 den Schutz der Menschenrechte
zum Schwerpunkt unserer Arbeit machen. Zumindest
vorübergehend.
Denn im Juli überschlugen sich die Wellen, als unser Freund
und Kollege Peter Steudtner in der Türkei verhaftet wurde.
Die Polizei nahm ihn, seinen Ko-Trainer Ali Gharavi
und acht türkische Teilnehmende – alle angesehene
Menschenrechtler*innen – während eines laufenden Seminars
in der Nähe von Istanbul fest. Einige von uns haben in
den darauffolgenden Wochen und Monaten sehr eng mit
den Familien von Peter und Ali zusammengearbeitet und
nach Kräften versucht, diese zu unterstützen. Zusammen
mit engagierten Leuten rund um die KURVE Wustrow wurde
eine Kampagnengruppe gegründet. Denn es zeichnete
sich ab, dass wir einen langen Atem brauchen würden,
Seite
12–14.
„Vorübergehend“, nannte ich eingangs unser Engagement
für Menschenrechte. Doch beim genaueren Hinschauen,
fällt auf, dass sich in fast allen Facetten unserer Arbeit, das
Ringen um die Grundrechte wiederfindet.
Unsere ehemaligen weltwärts-Freiwilligen trafen sich, um
über die neue Resolution 2250 „Youth, Peace and Security“
des UN-Sicherheitsrates zu diskutieren. Welche konkreten
Pläne daraus erwachsen sind, ist auf Seite 8 nachzulesen.
Die Anti-Bias-Trainerin Cvetka Bovha beschreibt auf Seite
22/23 wie eine diskriminierungskritische Haltung in die
Inhalte
unserer Seminare Einzug gehalten hat.
Über 170 internationale Menschenrechtsaktivist*innen
waren 2017 bei uns zu Gast, um sich in ziviler gewaltfreier
Konfliktbearbeitung weiterzubilden. Seite 25 bietet einen
Überblick.
Drei mutige Frauen aus Nepal sprechen über ihre bedrückenden
Erinnerungen. Basanta Rokaya berichtet beispielsweise,
wie sie während des Bürgerkriegs zum Kämpfen
gezwungen wurde. Mit Hilfe unserer Partnerorganisation
„Women for Human Rights“ (WHR ) setzt sie sich nun für eine
finanzielle Wiedergutmachung durch staatliche Stellen ein,
Seite 26/27.
2014 begannen wir im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes
mit ersten Erkundungen und Gesprächen in der Ukraine.
Zwei Jahre später starteten wir mit Partnerorganisationen
in Kiew und im Donbas. Auf Seite 30/31 erzählt Lidia, wie
der Krieg mit seiner Zerstörungswucht in ihre Küche drang.
Ein Bericht über unsere ersten Schritte in der Region und
ein Aufarbeiten der Menschenrechtsverletzungen im Ukraine-
Konflikt.
Eine interessante Lektüre wünschen Euch und Ihnen
Doris Hertle (Vorstand) und Jochen Neumann (Geschäftsführer)

Erscheinungsjahr

2017

Herausgeber

KURVE Wustrow

Medienform

Jahresbericht