Herunterladen Preis 0,00 € Anzahl Training als Mittel für Veränderungsprozesse Erkenntnisse aus einem Projekt des Zivilen Friedensdienstes in Palästina In Palästina sind Hotels selten gebucht von Geschäfts- oder Urlaubsreisenden, sondern oft belegt von Workshops und Trainings. Trainings sind ein Produkt, das die internationale Zusammenarbeit gern verkauft. Sehr wahrscheinlich sind sie das nicht-materielle Produkt, welches am meisten umgesetzt wird. Massenware eben. Der im vorliegenden Erfahrungsbericht reflektierte und dokumentierte Trainingsprozess unterscheidet sich wohltuend von diesen Konzepten von der Stange. Er ist reine Manufakturarbeit, Maßarbeit. Das macht ihn so besonders. Trainings sind kein Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zweck. In der zivilen Konfliktbearbeitung ist dieser Zweck ein gesellschaftlicher Veränderungsprozess. Nur wenn Trainings, verstanden als Prozess, nicht als einmalige Veranstaltung, sorgfältig und passgenau in einem solchen Veränderungsprozess durchgeführt werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie wirksam sind. „Wirksam“ bedeutet hier, dass sie den Veränderungsprozess unterstützen, ihn voranbringen. Wie ein wirksamer Trainingsprozess aufgebaut werden kann, woran zu denken ist, wo Grenzen liegen und viele weitere Fragen kommen in diesem Erfahrungsbericht zur Sprache. Das dokumentierte Vorhaben hatte die Arbeit mit Frauen im ländlichen Raum in Palästina im Fokus. Die gemachten Erfahrungen sind jedoch auch für viele andere Zusammenhänge von wertvoller Bedeutung, durchaus auch über die Grenzen Palästinas hinaus. Zumindest all denen, die im Rahmen des BMZ-Instrumentes „Ziviler Friedensdienst“ mit Trainingsprozessen arbeiten, sei eine Lektüre sehr ans Herz gelegt. Auch wird beim Lesen deutlich, dass die Trainerinnen Rimonda Mansour und Ulrike Ramlow die oft gegensätzlichen Ansätze - den Systemischen und den Analytisch-Gruppendynamischen - gelungen miteinander in Verbindung gebracht haben, ganz in der etwas (aber zu Unrecht) in Vergessenheit geratenen Tavistock-Tradition. Der Text enthält immer wieder Hinweise hierzu, hinter denen sich weiteres Wissen und weitere Erfahrungen verbergen. Deshalb sei, insgeheim, für alle „TrainerkollegInnen“ im ZFD auch der direkte Kontakt mit den beiden empfohlen. Dirk Sprenger Erscheinungsjahr 2009 Herausgeber KURVE Wustrow Medienform KURVE-Dokumentationen PDF file