Do No Harm-Training of Trainers

1_kurvewustrow_dnh

Was ist "Do No Harm"?

„Richte keinen Schaden an!“ So lautet die wörtliche Übersetzung für diesen Ansatz. Wir wollen Gutes tun, aber wir müssen aufpassen, nicht das Gegenteil zu bewirken.

Der Do no harm-Ansatz wurde seit 1994 von zahlreichen Menschen aus der Praxis entwickelt. Sie waren vor allem in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Nothilfe tätig. Seit 2001 haben auch einige Friedensorganisationen diesen Ansatz aufgegriffen und für sich nutzbar gemacht.

Die Lernziele sind:

  • die Trainingskompetenzen der Teilnehmenden zu erhöhen
  • die Teilnehmenden mit die Methoden (Fallstudien im Besonderen) und Übungen vermitteln, die für unterschiedliche Do No Harm-Workshopformate genutzt werden können
  • die praktische und reale Anwendung des Formats für einen eintägigen Do No Harm-Einführungsworkshops als Teilnehmendenteam.

Die Do no harm-Trainer*innenausbildung besteht aus zwei Teilen – dem Training selbst und der praktischen Anwendung.

Nach einer Einheit zum Einstieg am ersten Abend beginnt das ToT mit einem ganztägigen und modellhaften Do no harm-Einführungsworkshop. An den folgenden Tagen wird das Trainingdesign reflektiert und in Kleingruppenarbeit ausprobiert.

Das überarbeitete "Do No Harm Trainer's Manual" wird genutzt, aber die Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Anpassungen und neue Wege zu entwickeln, um Do No Harm zu vermitteln.

Zusätzlich werden die Teilnehmenden einen Überblick über ausgewählte Lerntheorien, Prinzipien der Erwachsenenbildung und ausgewählte Trainingskonzepte wie das "Action Learning" erhalten.

Die praktische Anwendung ist entscheidend für den Lernprozess und wird durch die Trainer begleitet. Die Teilnehmenden bereiten als Team einen eigenen eintägigen Do No Harm-Einführungsworkshop vor und werden diesen in Berlin für Interessierte durchführen.

Das ToT schließt mit einer Auswertung der praktischen Anwendung und einigen Inputs durch die Trainer ab.

Zum Abschluss wird ein Zertifkat als "Do No Harm-Trainer*in" vergeben.

Die Do No Harm-Trainer*innenausbildung (ToT richtet sich an alle die nicht nur den Do No Harm-Ansatz im Projektmanagement nutzen wollen, sondern auch anderen vermitteln wollen, wie dieses Instrument angewendet werden kann. Vorkenntnisse in partizipativer Trainingsarbeit ist notwendig.

Vorkenntnisse im Do no harm-Ansatz sind nicht notwendig, da das ToT mit einer grundlegenden Einführung in den Ansatz beginnt.

Der Fokus des ToT ist vor allem auf Konfliktbearbeitung und Friedensarbeit. Dennoch sind Teilnehmende mit einem Hintergrund in Entwicklungszusammenarbeit oder Nothilfe sehr willkommen, da der Ansatz historisch aus diesen Arbeitsfelder stammt.

Das ToT wird voraussichtlich in englischer Sprache stattfinden, da wir internationale Teilnehmende erwarten. Das Trainingsmaterial ist in jedem Fall in Englisch, so dass die Teilnehmenden sehr gute Englischsprachkenntnisse mitbringen sollten.

Wolfgang Heinrich ist seit mehr als 30 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen tätig. Von 1996 bis 2001 war er Mitglied des internationalen Teams von Mary B. Anderson im „Local Capacities for Peace Project“, aus welchem der Do No Harm-Ansatz entstanden ist. Er ist Do no harm-Trainer und widmet sich der Umsetzung, Überprüfung und Weiterentwicklung sowie der Vermittlung. Seit 2016 arbeitet er als freiberuflicher Berater und begleitet lokale Nichtregierungsorganisationen in Südasien und am Horn von Afrika.

Jochen Neumann ist Trainer für zivile gewaltfreie Konflikttransformation und den Do No Harm-Ansatz. Er hat in Südafrika zu Mediation und Versöhnung gearbeitet. Von 2001 bis 2004 hat er die Einführung von Do No Harm bei Peace Brigades International koordiniert, einer Menschenrechtsorganisation, die Schutzbegleitung für lokale Menschenrechtsverteidiger*innen anbietet. Seit Oktober 2004 ist er Geschäftsführer der KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V..

Im Dezember 2018 haben beide zusammen das überarbeitete "Do No harm-Trainer's Manual" veröffentlicht.

Nächste Termine

  • 25.07.-04.08.2021
  • 17.-27.07.2022

Orte und Ablauf

Der erste Teil der Trainer*innenausbildung findet im Tagungshaus der KURVE Wustrow in Wustrow (Wendland) statt. Dieser beginnt am Sonntag um 19:30 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen und einer Abendeinheit. Der erste Teil endet am Freitag um 16:30 Uhr.

Der zweite Teil der Trainer*innenausbildung wird bei Brot für die Welt in Berlin statt. Dieser beginnt am Montag um 09:00 Uhr und endet am Mittwoch um 16:00 Uhr.
 

Kosten und Anmeldung

Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt

  • 2.500,– Euro für Organisationen
  • 1.700,– Euro für Einzelpersonen
  • 1.250,– Euro reduzierter Beitrag für Einzelpersonen (auf Anfrage)

Die Teilnahmegebühr beinhaltet Trainingsmaterial, ein Exemplar des Do No Harm-Trainer's Manual, das Zertifikat sowie vegetarische Vollverpflegung und Unterkunft in Mehrbettzimmern während des ersten Teils im Tagungshaus der KURVE Wustrow.

Bitte beachten: Unterkunft und Verpflegung am Wochenende zwischen den beiden Teilen und während des zweiten Teils in Berlin sind nicht enthalten.

Anmeldung

Anmeldungen sollten möglichst frühzeitig erfolgen. Das Anmeldeformular wird rechtzeitig vor der jeweiligen Do No Harm-Trainer*innenausbildung auf unserer Webseite freigeschaltet.

Interessierte, die ein Visa und/oder finanzielle Unterstützung benötigen, sollten sich spätestens 14 Wochen vor Beginn des Fachseminars anmelden.

Alle anderen Interessierten sollten sich spätestens sechs Wochen vor Beginn anmelden.

Unvollständige und kurzfristige Anmeldungen können leider nicht berücksichtigt werden.

Anmeldeformular für unser Do No Harm-Training of Trainers
kurvewustrow_dnhtrainersmanualdec2018_cover_a

Do no harm-Trainer's Manual

Das im Dezember 2018 erschienene Handbuch "Do  No Harm Trainer's Manual" ist eine Fortschreibung des Handbuches von CDA Collaborative Lerning Projects, welches 2002 publiziert wurde. Seine Bedeutung erhält das neue Handbuch durch die ergänzten Rollenspiele und Fallstudien aus zahlreichen Trainings in Afrika und Südasien. Mit dieser Auflage wird erstmals die Perspektive der Friedensarbeit abgebildet.

3_kurvewustrow_ausbildungkw

"Applying Do no harm"

In diesem fünftägigen englischsprachigen "Practitioner Training" vermitteln wir nicht nur die Grundlagen des Do No Harm-Ansatzes, sondern begleiten die Teilnehmenden bei der Anwendung auf ein eigenes Projekt.

Ansprechperson

Ambalika Wilhelm

donoharm [at] kurvewustrow [dot] org (donoharm(at)kurvewustrow.org)